Ende der Freundschaft - trotz Liebe?

 

 

Hallo liebe Leser, 

 

wie ihr vielleicht schon am Titel erkannt habt, wird dieser Blog-Eintrag hier ziemlich persönlich. Es geht um ein Thema, welches mich nun schon seit Wochen beschäftigt. Also, ich fang direkt mal an. 

 

Vorab solltet ihr wissen, dass ich mich in meinem Privatleben oft schwer damit tue, schwierige Themen von mir aus anzusprechen. Das bedeutet nicht, dass ich diesen zwangsläufig aus dem Weg gehen will. Ehrlich gesagt hab ich oft einfach Angst davor, wie mein Gegenüber reagiert. Ich kann schlecht damit umgehen, wenn Menschen wütend auf mich sind und mir das im direkten Kontakt zeigen. Trotzdem weiß ich, dass auch das sehr wichtig ist. Ich denke im Bezug auf diese Angst spielen Situationen aus meiner Kindheit eine große Rolle. Mein Vater war oft und schnell sehr wütend, und hat dann manchmal sehr, sehr laut geschrien. In diesen Momenten hatte ich dann so einen Kloß im Hals, dass ich gar nichts mehr sagen konnte. Diesen Kloß im Hals spüre ich auch heute noch. Auch, wenn jemand "nur" wütend auf mich ist und mich nicht sofort anbrüllt.

Nunja, jetzt mal zur eigentlichen Situation. 

Ich hatte eine beste Freundin. Eine Freundin, die mir wirklich nahe stand. Die mir sehr viel bedeutet. Eine, von der ich wusste, dass ich sie anrufen könnte, würde ich in Australien festsitzen und hätte keine Ahnung, wie ich zurückkäme. Sie hätte mich abgeholt, egal wie.

Wir waren zweieinhalb Jahre befreundet. Normalerweise bin ich sehr vorsichtig, was zwischenmenschliche Sachen betrifft. Ich hab mit Vertrauen so meine Schwierigkeiten. Aber bei ihr war es irgendwie anders. Vielleicht wars auch einfach ihre Art. Ziemlich direkt und herzlich, das beschreibt "ihre Art" glaub ich ganz gut (zumindest hab ich sie so wahrgenommen). Also habe ich ihr viel von mir und meiner Geschichte erzählt, sie mir von ihrer, wir hatten extrem gute und tiefgründige Gespräche, aber auch viele lustige (und betrunkene) Momente und jede Menge Spaß.

Über sie habe ich einen guten Kumpel kennengelernt, den ich ebenfalls sehr gern habe. Aber ja, was soll ich sagen... Ich lese mir das durch und es klingt klasse, ich erinnere mich gut an diese Zeiten. Wir waren Billiard spielen, zusammen in einer Karaoke-Bar (in der ich ihr ausversehen eine Jacke geklaut hab, weil ich im betrunkenen Zustand dachte es wäre ihre), sind spazieren gegangen und saßen manchmal einfach mit kleinen Flaschen Pfirsichsekt auf Parkplätzen, haben geredet und eine geraucht. Es war das, was ich unter Freundschaft verstanden hab. Zusammen Spaß haben, sich mitteilen, austauschen, gern haben, nicht verurteilen und zusammenhalten. Irgendwie hab ich mich in sie verliebt. Das wurde mir aber erst so richtig klar, als sie mir eines abends mitteilte, dass sie für mich mehr als freundschaftliche Gefühle hatte. Wir waren nie "zusammen", aber irgedwas so Ähnliches. Die Wochen darauf waren intensiv. Wir hatten schöne Momente, aber es wurde irgendwie auch schwieriger. Vielleicht und vermutlich, weil wir einfach Erwartungen an die andere Person hatten, von denen das Gegenüber nicht nur nichts wusste, sondern die auch nicht vom anderen erfüllt wurden. Wir haben in der Zeit, auch durch einen Urlaub, Seiten von dem anderen mitbekommen, die wir davor noch nicht kannten.

Long story short, wir haben gemerkt, dass das mit der Beziehung nicht funktioniert. In Ordnung. War schmerzlich, aber kein totaler Weltuntergang. Schließlich wollten wir weiterhin Freunde bleiben. Für immer. Manchmal dauert für immer nur eine Sekunde. Oder in dem Fall hier eben ungefähr eineinhalb Jahre.

Wir haben uns ab und an getroffen, auch häufiger zu dritt, mit dem oben erwähntem Kumpel. Wir haben coole Sachen zusammen erlebt und schöne Momente zusammen gehabt. Ich hab mich meist wohlgefühlt. Aber zwischen mir und der Freundin standen Dinge, über die wir nicht geredet haben. Mich haben Verhaltensweisen von ihr verunsichert, sie kam mit meinem Verhalten oft nicht klar. Und doch ging das noch ne ganze Weile weiter.

Unser letztes Treffen fand vor ungefähr drei Monaten statt, bei mir zuhause. Die beiden sind abends vorbeigekommen, wir haben Alkohol getrunken, geredet und Mario Party 5 auf meiner Gamecube gespielt. Ich erinnere mich besonders an einen speziellen Moment. Ich saß ganz schön betrunken auf der Couch zwischen den beiden, hab gar nicht mehr sehr viel mitbekommen. Aber ich hab mich total wohl und geliebt gefühlt. Die beiden haben bei mir gepennt, am nächsten Tag haben wir "Kung Fu Panda 2" gesehen und Pizza bestellt. Alles war cool, wir haben darüber geredet, bald wieder zusammen im Wald spazieren zu gehen und über Gnocchi mit Tomatensoße und Freizeitparks. Wir haben uns lange umarmt. Und dann sind sie weggefahren und ich hab mich da schon sehr auf unser Wiedersehen gefreut.

 

Ich weiß nicht, ich denke manchmal kommt es anders als man denkt. Ich werde hier nicht alle Details erwähnen. Jedenfalls hat die Freundin mir vor ein paar Wochen mitgeteilt, dass das mit unserer Freundschaft für sie keine Zukunft hat. Danach kam ein Brief von ihr, der offensichtlich in Wut geschrieben wurde. Auch ich hab darauf einen Brief voller Wut geschrieben. Und jetzt ist es so. Wir haben keinen Kontakt mehr. Dabei bin ich mir sicher, dass sie mich noch immer liebt. Zwischenmenschlich eben. Und ich weiß, dass ich sie noch immer liebe. Und trotzdem passt es vielleicht nicht.

Ich finde das bekloppt und bescheuert. Und ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie "schluss macht". Ich meine, ich hab auch gemerkt, dass zwischen uns unausgesprochene Dinge stehen. Aber ich hab gehofft, dass das schon wird, wenn wir uns erstmal wieder wohler miteinander fühlen. Es wäre für mich keine Option gewesen, die Freundschaft deshalb zu beenden.

Ich war mir sicher, zu diesen Leuten auch in 30 Jahren noch engen Kontakt zu haben. Ich hab das immer so gemeint, wenn ich gesagt hab, dass sie mir wichtig ist. Irgendwie hatte ich sogar darauf gehofft, dass wir vielleicht irgendwann gemeinsam auswandern und uns was eigenes aufbauen. Und sowas wie ne eigene kleine Familie sein können, füreinander.

Nun, das lief anders als geplant. Aber das passiert eben auch. Das Leben ist unberechenbar, Menschen sind keine Konstante. Alles ist in Bewegung. 

Auch wenn mich der doch sehr plötzliche Abbruch dieser Freundschaft sehr bewegt hat und dies noch immer tut, weiß ich, dass mein Leben weitergeht. Die Zeit bleibt nicht stehen, alles dreht sich weiter.  Und auch wenn mich diese Thematik noch lange beschäftigen wird und ich diese beiden Menschen niemals vergessen werde, schau ich mal, was jetzt so auf mich zukommt.

 

So, der Beitrag ist ganz schön lang geworden. Ist auch ein Thema, welches mir aktuell noch ständig im Kopf rumspukt. Leider ist die Freundschaft auch noch äußerst bescheuert auseinandergegangen. Vieles bleibt ungesagt. 

Jetzt  erzählt mal, was habt ihr so für Erfahrungen mit Freundschaften, die zerbrechen, obwohl man den anderen vielleicht noch immer sehr gern hat. Was denkt ihr darüber? Wie hättet ihr euch verhalten, wenn euch jemand sagt, dass er mit euch keinen Kontakt mehr will, weil es für ihn nicht passt?

 

Ich bin gespannt, was ihr so schreibt und hoffe auf regen Austausch

Liebe Grüße und bis bald! 

wallflower 

16.5.16 17:06, kommentieren

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Hallo und herzlich Willkommen!


 

 

 Hallo liebe Leser,

 

mein erster Blog-Eintrag also. Nun, wie komme ich überhaupt auf die Idee, einen Blog zu erstellen? Ich wills euch mitteilen.

 

Zum einen möchte ich diese Plattform nutzen, um über Themen zu schreiben, die mich jeweils aktuell beschäftigen. Das werden bestimmt hauptsächlich Themen sein, die euch auch nicht komplett fremd sind. Nehm ich mal an. Reine Spekulation. Über Dinge zu schreiben, über die ich nachdenke, hilft mir oft, meine Gedanken besser zu ordnen.

Desweiteren habe ich mich hier angemeldet, weil ich mich gerne mit anderen Menschen über gewisse Themen austauschen würde. Ich möchte gerne deine Meinung hören. Was hast du für Erfahrungen mit Freundschaften, die zerbrechen? Wie denkst du über Massentierhaltung? Was ist deine Meinung zur Homo-Ehe und warum? Hattest du schon mal mit Menschen zu tun, die psychisch erkrankt sind? Findest du das Flüchtlinge unsere Hilfe brauchen?

 

Das sind nur ein paar Beispiele der Themen, die ich in diesem Blog aufgreifen möchte. Wenn das dein Interesse geweckt haben sollte, schau gerne bald wieder vorbei. Und wenn nicht, na, dann ist das wohl der falsche Blog für dich.

Ich möchte hier auch meine Meinung äußern. Selbstverständlich muss mit dieser niemand übereinstimmen. Aber ich wünsche mir auch diesbezüglich immer gerne Rückmeldungen und die Schilderung eurer Sicht der Dinge. 

 

Schreiben macht mir Spaß. Und es erleichtert mich irgendwie. Meiner Meinung nach ist Schreiben eine tolle Ausdrucksform und auch eine Art der Kunst. Daher möchte ich diesen Blog auch dazu nutzen, mein Inneres mal ein bisschen nach außen zu zeigen. Wer weiß, vielleicht hab ich ja interessante Dinge zu schreiben. Noch weiß ich das selbst nicht so genau und gewöhn mich hier jetzt erstmal ein. emotion

 

Schaut gerne wieder vorbei, ich freu mich auf den Austausch mit euch.

 

Liebe Grüße, 

wallflower

 

 

15.5.16 23:14, kommentieren